Alter: 35
Geschlecht: 
Beiträge: 597
Anmeldungsdatum: 05.02.2004
Wohnort: Herrenberg

|
von Ron:
Der Seiko Cleancut
Elektrischer Rasierer für den Intimbereich von Männern und Frauen
Zitat:
"Falls Sie es total glatt wollen, ist der Seiko Cleancut der Rasierer Ihrer Wahl!
Der Seiko Cleancut-Rasierer der feinste und sicherste Rasierer für sehr intime Zonen wie Genitalien, Vaginalbereich, Bikinizone und Achselhöhlen. Er ist viel schlanker und handlicher als normale Elektro-Rasierer. Er führt NICHT zu Irritationen und Pickeln (eingewachsene Haare) und - das Beste überhaupt - er ziept nicht, schneidet nicht, brennt nicht..."
Soviel zu diesem Wundergerät an dieser Stelle vom englischen Vertreiber, der dieses Gerät ausdrücklich für den kompletten männlichen und weiblichen Genitalbereich empfiehlt und gleichzeitig darauf hinweist, dass nur das japanische Original den hohen Ansprüchen genügt.
Was ist nun dran an diesen Behauptungen? Ist dieser Rasierer wirklich so anders als andere Elektro-Rasierer? Und wenn ja, warum?
Der folgende Erfahrungsbericht soll helfen bei der Entscheidung, ob das Gerät für die eigenen Ansprüche und Rasurprobleme geeignet ist. Er kann nur sehr persönlich sein und ist in keiner Weise repräsentativ, obwohl bereits einige Teilnehmer dieses Forums meine Erfahrungen bestätigt haben. Ich bitte trotzdem um Verständnis, wenn ich jedwede Haftung für die hier gemachten Aussagen ablehnen muss. Die menschliche Haut ist leider individuell sehr verschieden. Dem einen reicht ein Brotmesser, der andere braucht high-tech Rasierer und leidet trotzdem unter Irritationen.
Die Fakten:
1. Ich habe den Philishave probiert, den ich sowieso zu Hause habe (rotierende Messer unter Folie mit Löchern und Schlitzen, Lift-and-Cut-System). Im Gesicht schwöre ich drauf, seitdem ich vor ca 15 Jahren vom Braun-Scherfolienjünger zum Philishave-Jünger konvertiert bin. Im IB rupft es ohne Ende, zwickt manchmal in kleine Hautfalten, dass es blutet, und man sieht danach mindestens drei Tage wie ein gerupftes Huhn aus, von den fühlbaren Reizungen (Brennen und Jucken) will ich gar nicht reden.
2. Die Scherfolienrasierer: Da ich meinen alten Braun damals entsorgt habe (die Folie war eh hin) habe ich den Philips Ladyshave getestet, den meine Frau gelegentlich für ihre Beine nutzt, wenn die Zeit für nass nicht ausreicht. Dabei handelt es sich um einen Rasierer mit klassischem Schwingkopf unter Scherfolie mit Wabenlochmuster (die Herrenrasierer haben heute anders geformte Löcher in der Folie), der ausdrücklich für die Bikinizone freigegeben ist. Ergebnis? Siehe oben. Um evtl. Einwänden vorzubeugen: Die zuschaltbaren Langhaarschneider etc. habe ich natürlich weggelassen.
3. Gilette Mach3 (seit kurzen auch Power, also mit schwingendem Kopf) vertrage ich recht gut, bloß am Bauch oberhalb des Willies gibts Pusteln (keine Ahnung, warum nur da). Wenn ich gegen den Strich rasiere, blutets oft und wird noch schlimmer.
4. Seiko Cleancut: Eine linsenförmige Scherfolie mit einem darunter rotierenden Messer mit drei Klingen. Die Löcher sind völlig unregelmäßig geformt, die Messer stehen schräg und sind sehr dünn. Das Ganze sieht völlig anders aus als bei dem Philishave. Tatsache ist, dass das Ding nicht rupft, reißt, schneidet, ziept etc. Es schneidet lediglich dicht über der Haut alles ab, was kurz und gerade sowie klein genug ist, durch die Löcher erfasst zu werden. Reizungen treten so gut wie keine auf. Habe gelegentlich am Bauch (offensichtlich meine "Achillesferse") für maximal eine Stunde ganz schwache Rötungen unmittelbar um die Haare herum (als Pickeln oder Pusteln möchte ich das nicht bezeichnen, viel zu schwach dafür). Hat aber offensichtlich auch mit meiner generellen Verfassung zu tun, da das nicht immer auftritt. Einzige Vorraussetzung für dieses saubere Ergebnis: Die Haut muss absolut trocken sein, damit der Scherkopf gut gleitet. Der Hersteller empfiehlt, die Haut vor der Rasur leicht zu pudern, was ich bestätigen kann.
Fazit:
Ich habe keine Ahnung, wieso der Cleancut völlig andere Ergebnisse erzielt, als andere Elektrorasierer. Ich vermute, es hat mit der Form der Löcher in der Scherfolie und der Konstruktion des Messers zu tun. Nicht umsonst warnt der Anbieter vor "cheap imitations". Ich denke, es gibt billige Nachbauten, denen man auf den ersten Blick nicht ansieht, dass sie anders konstruiert sind. Es sprengt auch meinen Zeit- und Geldrahmen, nun alles, was es da so gibt, zu testen und womöglich noch mikroskopisch zu untersuchen.
Der Cleancut verzichtet auf jedwedes System, um Haare aufzurichten oder "einzufangen", was andere Elektrorasierer jedoch tun. Vielleicht liegt die gute Verträglichkeit auch darin begründet. Das hat den Nachteil, dass bei täglichem Nachrasieren (geht unheimlich schnell und bedeutet kaum Aufwand) gelegentlich mal ein sehr schräg wachsendes Haar nicht erfasst wird. Am Ende einer Woche kann man das dann auch deutlich sehen, weil es spätestens dann schon durch die Länge nicht mehr erfasst wird.
Aus diesem Grunde habe ich meine Gewohnheit dahingehend geändert, dass ich mir am Wochenende, wenn mehr Zeit ist, eine Nassrasur mit dem Strich mit Mach3 Power gönne. Und jetzt kommt das völlig Unerklärliche: Ich geh am Bauch hinterher nochmal mit dem Cleancut rüber und man hört auch deutlich, dass er noch Stoppeln erfasst. Genau dieses Verfahren verhindert, dass ich die wohlbekannten Pusteln kriege! Ich vermute, die Haare bekommen dadurch ein anders beschaffenes oberes Ende, das sonst die Hautreizungen verursacht. Anders kann ichs mir nicht erklären.
Wenn man sich den Cleancut sonst ansieht, ist eigentlich nicht viel dran. Gut, das Alu-Gehäuse wirkt edel, ist aber auch nur eine Aluminiumhülse, die nicht sehr teuer sein kann. Es ist ein simpler Elektromotor drin, der durch eine Batterie angetrieben wird. Er verbraucht wenig Strom, man kommt sehr lange mit einer Batterie aus (ich benutze ihn wie gesagt täglich). Das Geheimnis muss in Scherfolie und Messer liegen, die rein optisch auch nicht viel hermachen. Beides kann übrigens als Ersatzteil beim Anbieter nachbestellt werden. Wie lange sie halten, weiß ich nicht, habe das Teil ja noch nicht so lange. Es gibt nach meiner Beobachtung einen Unterschied zu herkömmlichen Scherfolien: Bei Braun & Co sind die Löcher von außen nach innen gestanzt, die Lochränder sind zum Messerblock hin leicht erhaben. Das erhöht wohl die Scherwirkung, vergeht allerdings relativ schnell. Eine neue Folie schneidet immer sehr gut, was nach wenigen Wochen dann schon nachlässt. Den Rest der Lebensdauer rupft der Rasierer dann ganz leicht. Das war einer der Gründe, warum ich mich damals davon getrennt habe. Der Cleancut hat eine innen ganz glatte Scherfolie, ist also auch da ganz anders aufgebaut.
Einen deutschen Vertrieb sucht man leider vergebens, was sowohl mir als auch anderen hier im Forum völlig schleierhaft ist. Der englische Vetrieb Body4Real http://www.body4real.com kann jedoch uneingeschränkt empfohlen werden. Sowohl ich als auch andere haben die Erfahrung gemacht, dass sehr schnell gut verpackt geliefert wird, von den Betriebsanleitungen liegen deutsche Übersetzungen bei, was völlig ungewöhnlich ist. Häufig werden Bundles angeboten mit zum Beispiel Mini-Rasierern für die längeren Haare oder auch einem Spezialöl zur Pflege von Rasierern (das ich persönlich auch sehr empfehlen kann). Auch - allerdings englischsprachige - Beschreibungen, Bilder und Rezensionen in Zeitschriften kann man dort abrufen. Hier die Adresse:
Seiko Cleancut Shaver :: Body4Real.com
http://www.body4real.com/xcshop/product.php?productid=17868&MMCF_Google_Seiko
Ich hoffe, ich konnte mit meinen Informationen ein wenig helfen. Das Teil ist nicht ganz billig, ich habe den Erwerb jedoch nie bereut.
Gruß, Ron
PS.: Ein kleiner Tip: Wen die Berichte anderer zu diesem Thema interessieren, der Klicke oben im Kopf der Seite auf den Search-Button und gebe in die Suchmaske "Cleancut" ein. Have a nice shave!
|